Mittwoch, 15. Januar 2014

Sprachförderung im Kindergarten


Geschrieben am 15.01.2014 von Kurd Azad

1.    Allgemeiner Überblick

1.1  Begriffserklärung

Zum Bedauern gibt es in der Literatur keine einheitliche Definition von Sprachförderung. Dennoch wird sie hier erklärt und differenziert.

Sprachförderung

Unter Sprachförderung versteht Fried (2013) „die positive Beeinflussung der Sprachentwicklung von Kindern“ (ebd., S. 175).
Sprachförderung richtet sich selektiv“ an einer bestimmten Risikogruppe, bei der schon sprachliche Auffälligkeiten“ bekannt sind.
Sie hat das Ziel, Sprachentwicklungsprobleme kompensatorisch (ausgleichend) bzw. sekundär präventiv vorzubeugen (Fried, 2013, S. 175; Kammermeyer & Roux,  2013, S. 515).

Sprachbildung

Wenn Sprachförderung dazu führt, dass sich die Sprache in all ihren Facetten“ ideal entfaltet, handelt es sich um Sprachbildung (Fried, 2013, S. 175).
Sprachbildung richtet sich an die Entwicklung aller Kinder, was auch als „universelle oder primäre Prävention“ benannt wird (Kammermeyer & Roux,  2013, S. 515).

Sprachtherapie

Haben sich bereits Sprachentwicklungsstörungen ergeben, die nur durch sonderpädagogische oder medizinische Interventionen“ behoben werden können, liegt eine Sprachtherapie vor (Fried, 2013, S. 175).

1.2  Geschichte: Sprachförderung bei Fröbel

Sprachförderung ist in der Pädagogik der frühen Kindheit nicht etwas Neues, sondern gab bereits vor etwa 200 Jahren bei Fröbel, dem Gründer des Kindergartens (Kammermeyer & Roux,  2013, S. 516). Fröbel legte einen großen Wert auf die Spiel- und Spracherziehung der Kinder (Fried, 2013, S. 176). Ein schönes Fröbel-Zitat dazu lautet: „Sprache durch Bewegung - als Verbindung von Körper, Seele und Geist.“ Durch Anschau-Sprechübungen und Spielpflege sollten die Kinder motiviert werden, alles bei seinem richtigen Namen zu benennen (Fried, 2013, S. 176). Hierbei sollten sowohl Anschauungsmaterialien (z.B. Gegenständer der Natur, Spielgaben, Bilderbücher) verwendet werden als auch Spiel- und Beschäftigungsimpulse (z.B. Mutter- und Koselieder, Finger- und Kreisspiele) gegeben werden (Fried, 2013, S. 176; Kammermeyer & Roux,  2013, S. 516).

1.3  Relevanz und Ziele

In Folge des sogenannten PISA-Schocks von 2001
       schlechte Leistungsergebnisse der Schüler im Lesen und Schreiben sowie in Mathematik und Naturwissenschaften
       hoher Zusammenhang zwischen Schulleistung und sozialer Herkunft
… bekam die Sprachförderung eine zentrale Bedeutung (Lisker, 2011, S. 7; Kammermeyer & Roux,  2013, S. 517). Frühkindliche Sprachbildung ist die Basis für den späteren Bildungserfolg.

Um Chancengerechtigkeit zu sichern, wird Sprachförderung daher schon im Kindergarten eingeführt (Kammermeyer & Roux,  2013, S. 517). Dadurch sollen Unterschiede in der Sprachkompetenz verschiedener Kinder bis zum Schuleintritt abgemildert werden.

1.4  Gesetze und Delfin 4

Die Sprachförderung ist gesetzlich im Schulgesetz (SchulG) und Kinderbildungsgesetz (KiBiz) verankert. Im SchulG § 36 Abs. 2 steht: „Das Schulamt stellt zwei Jahre vor der Einschulung fest, ob die Sprachentwicklung der Kinder altersgemäß ist und ob sie die deutsche Sprache hinreichend beherrschen.“ Sollte dies nicht der Fall sein, wird das Kind verpflichtet, an einem „vorschulischen Sprachförderkurs“ teilzunehmen. Das KiBiz § 13 Abs. 6 sagt: "Zur Erfüllung des Bildungs- und Erziehungsauftrages gehört die kontinuierliche Förderung der Sprachentwicklung des Kindes im Sinne des § 22 Abs. 3 SGB VIII.“ Sind die deutschen Sprachkenntnisse nicht „altersgemäß“ bzw. in „üblichem Umfang“, muss das Kind eine „zusätzliche Sprachförderung“ erhalten.

Aufgrund des Schulgesetzes (SchulG § 36 Abs. 2) entwickelte Lilian Fried im Jahr 2007 Delfin 4 (Diagnostik, Elternarbeit und Förderung der Sprachkompetenz in NRW bei 4-Jährigen). Mit dem 2-stufigen Sprachstandsverfahren soll die Sprachkompetenz aller Kinder 2 Jahre vor der Einschulung überprüft werden (Lisker, 2011, S. 36). In der 1. Stufe („Besuch im Zoo“) müssen vier Kinder auf spielerische Weise Kunstwörter und Sätze nachsprechen, Handlungsanweisungen ausführen und zu verschiedenen Bildern etwas frei erzählen (Bilderzählung). Falls nach der 1. Stufe kein Urteil über die Sprachkompetenz gefällt werden kann, werden die Kinder einzeln in der 2. Stufe („Besuch im Pfiffikus-Haus“) nochmals getestet (Lisker, 2011, S. 37). Hier müssen sie Kunstwörter und Sätze nachsprechen, zu verschiedenen Bildern etwas frei erzählen (Bilderzählung), vorgesprochene Wörter auf Bildern zeigen (Wortverständnis), gezeigte Wörter auf Bildern benennen (Wortproduktion), Unterbegriffe den Oberbegriffen zuordnen (Begriffsklassifikation) sowie reale und sinnlose Wörter in Plural bilden (Pluralbildung).
Im Delfin 4 werden folgende Sprachbereiche erfasst: Phonetik-Phonologie, Syntax-Morphologie, Semantik-Lexikon und Pragmatik-Kommunikation (Lisker, 2011, S. 36).


2.    Ausgewählter Schwerpunkt

2.1  Würzburger Trainingsprogramm (WüT)

Die praktische Umsetzung der Sprachförderung im Kindergarten soll am Beispiel des Würzburger Trainingsprogramms (WüT) gezeigt werden. Das Sprachförderprogramm wurde in den 1990er Jahren von Petra Küspert und Wolfgang Schneider für die Förderung der phonologischen Bewusstheit und den Erwerb der Schriftsprache konzipiert. Das WüT soll über ein ½ Jahr und 10 Minuten pro Tag bei allen Kindern angewandt werden. Es setzt sich aus sechs Übungseinheiten zusammen (Schneider et al., 2013, S. 14 f.):
1.    Lauschspiele: Die Kinder konzentrieren sich auf die Geräusche in ihrer Umgebung und üben das genaue Zuhören ein.
2.    Reime: Die Kinder lernen die Lautstruktur der Sprache (den Klang der Wörter) kennen, indem sie mit Reime umgehen (z.B. Reimwörter finden).
3.    Sätze und Wörter: Die Kinder lernen, dass Sätze sich in Wörter zerteilen lassen und vergleichen diese Wörter bezüglich ihrer Länge.
4.    Silben: Die Kinder üben, Wörter in Silben zu zerlegen (Analyse) und einzelne Silben zu einem Wort zusammenzufügen (Synthese).
5.    Anlaute: Hier sollen die Kinder den ersten Laut (Phonem) im Wort identifizieren.
6.    Phoneme: Die Kinder üben, erst Einzellaute zu einem Wort zusammenzuziehen (Phonemsynthese) und dann Wörter in einzelne Laute zu zerlegen (Phonemanalyse).

2.2  Wirksamkeit des WüT

Das Sprachförderprogramm WüT wurde bereits zigfach empirisch evaluiert. Die Wirksamkeit wird mit dem Bielefelder Screening (BISC) ermittelt. Schneider et al. (2013) empfehlen das WüT für den Kindergarten (ebd., S. 16 & S. 95), weil es neben der phonologischen Bewusstheit auch den Erwerb der Schriftlichkeit, insbesondere des fliessenden Lesens und der Rechtschreibung, positiv beeinflusst. Kinder mit Deutsch als Zweitsprache werden ebenfalls mit dem WüT wirksam gefördert. Hingegen nimmt die Wirksamkeit bei unauffälligeren und älteren Kindern stark ab  (Schneider et al., 2013, S. 95).

Letztendlich hängt die Wirksamkeit bzw. der Erfolg des Sprachförderprogramms von der allgemeinen erzieherischen Haltung und Kontinuität ab.



Literatur

Kammermeyer, G./Roux, S. (2013): Sprachbildung und Sprachförderung, in: Stamm, M./Edelmann, D. (Hrsg.): Handbuch frühkindliche Bildungsforschung (S. 515-528), Wiesbaden.

Fried, L. (2013): Sprachförderung, in: Fried, L. /Ahnert, L. (Hrsg.): Handbuch Pädagogik der frühen Kindheit (S. 175-181), Berlin.

Lisker, A. (2011): Additive Maßnahmen zur vorschulischen Sprachförderung in den Bundesländern (S. 7, S. 36-37), in URL: http://www.dji.de/bibs/Expertise_Sprachfoerderung_Lisker_2011.pdf, 02.01.2014.

Schulgesetz - SchulG (Stand vom 12.12.2013): SchulG § 36 Abs. 2, in URL: https://recht.nrw.de/lmi/owa/br_bes_text?anw_nr=2&gld_nr=2&ugl_nr=223&bes_id=7345&aufgehoben=N&menu=1&sg=, 18.12.2013.

Kinderbildungsgesetz - KiBiz (Stand vom 06.12.2013): KiBiz § 13 Abs. 6, in URL: https://recht.nrw.de/lmi/owa/br_bes_text?anw_nr=2&gld_nr=2&ugl_nr=216&bes_id=10994&aufgehoben=N&menu=1&sg=0, 12.12.2013.

Schneider, H. et al. (2013): Wirksamkeit von Sprachförderung (S. 14-16, S. 95), in URL: http://www.mercator-institut-sprachfoerderung.de/fileadmin/user_upload/Institut_Sprachfoerderung/Expertise_Sprachfoerderung_Web_final.pdf, 26.12.2013.

Freitag, 10. Januar 2014

Sprachförderung in der Pädagogik der frühen Kindheit

Diese Literaturquelle gibt einen guten Einblick in die Thematik der frühkindlichen Sprachförderung: Fried, L. (2013): Sprachförderung, in: Fried, L. /Ahnert, L. (Hrsg.): Handbuch Pädagogik der frühen Kindheit (S. 175-181), Berlin. (Bitte anklicken!).

Die nachfolgende Forschungsstudie (Kammermeyer et al., 2011) zeigt auf, welche Sprachfördergruppen im Kindergarten erfolgreich bzw. wirksam sind (Lese ab pdf-Seite 2!).
  

Samstag, 24. August 2013

Kurdî (Kurdisch)

Diese Arbeit gibt einen kurzen Überblick über Syntax, Morphologie, Phonologie, Orthographie sowie Wortschatz des Kurmancî (Kurdisch) und zeigt einige Probleme für DaZ-Kinder auf:

>>>> https://docs.google.com/file/d/0B4ordmRbPelBWHJSeW55V2tSbUE/edit?pli=1

Dienstag, 15. Januar 2013

Für Sakine, Fidan und Leyla soll es so viele Blumen geben wie in Kurdistan blühen

Ferda Çetin – Die Tragödie der Geschichte: Die Stadt der Literatur und der Revolution ist zum Schauplatz der Ermordung von drei revolutionären kurdischen Frauen geworden. Für die Kurden ist Paris von nun an eine Stadt des Mordes, eine Stadt, die sich versündigt hat ...

Überall wo Staat und Macht herrschen, ist es notwendig, die geraubte Freiheit von neuem an Bedeutung gewinnen zu lassen. Denn nicht eine einzige Macht wird bereitwillig die Freiheit gewähren. Für die Freiheit sind ein erbitterter Kampf und ihre „Eroberung“ notwendig. In diesem Sinne ist diese Eroberung die „Arbeit“ von Sakine Cansız, Fidan Doğan und Leyla Şaylemez.
 

Daher sind die Fragen „Wer hat den Mord begangen?“ und „Wer sind die Täter und die Mitschuldigen?“ absurd.
 

Die Mörder sind diejenigen, die die Freiheit der Kurden, der Frauen und der Völker des Mittleren Ostens nicht wollen.
 

Es sind diejenigen, die sagen, dass die Kurden keinen Staat wollen, keine Föderation wollen, keine demokratische Autonomie wollen und eigentlich nicht offen aussprechen wollen, „dass das kurdische Volk unter unserer Herrschaft als Sklaven leben kann.“
 

Es ist der Rabulist und anmaßende Scherge, der sagt: „Wir gewähren ihnen ihr Leben, wenn die kurdische Guerilla die Waffen niederlegen und Kurdistan verlassen.“
Es sind die Medienleute, die „Paris ist heute sehr schön“ sagend vor Freude jubeln, während alle Menschen aus Kurdistan in tiefer Trauer sind.
 

Es sind die „großen“ und „zivilisierten“ Staaten, die den gerechten und legitimen Kampf des kurdischen Volkes gegen die Barbaren als „Terrorismus“ beschuldigen und mit den Despoten des Mittleren Ostens zusammenarbeiten.
 

Auch ist die Aufgabe des französischen Staates – der kurdische Politiker 24 Stunden am Tag überwacht, jedes Jahr dutzende patriotische Kurden festnimmt und verhaftet – aufzuklären. Wenn Frankreich es selbst möchte, wird es dies tun. Andernfalls wird immer seine „Mittäterschaft“ und „Unterstützung“ an diesen Morden mitten in Paris diskutiert werden.
 

Kurzum, gegen diejenigen oder gegen welches System Sakine Cansız, Fidan Doğan und Leyla Şaylemez den Kampf geführt haben, jene sind die Mörder. Lassen wir mal die Spurensuche nach den Mördern zur Seite und wenden uns unseren Helden zu.
 

Nach Rousseau waren gute Menschen diejenigen, die ihr Leben an alle Menschen denkend lebten. Der gewöhnliche Mensch war der, der an sich selbst denkend lebte.
Dostojewski sagte mal: „Denkt ihr, euch selbstvergessend so sehr an Andere, dann werden sie sich stets an euch erinnern.“
 

Gestern fand in Paris eine prachtvolle „Zeremonie“ für diese drei tapferen kurdischen Frauen statt, die ihr eigenes Leben vergessen hatten. Aus allen vier Richtungen Europas strömten Menschen nach Paris. Es waren nicht nur Kurden. Armenier, Assyrer, Chaldäer, türkische Revolutionäre und Sozialisten, französische Kommunisten, Palästinenser, Tamilen, deutsche Sozialisten ... Jede/r von ihnen lief mit ihren/seinen eigenen Fahnen und Spruchbändern in der eigenen Sprache. Aber alle hatten am Revers Fotos, auf denen die drei revolutionären Frauen lachen. Es war eine Kundgebung, die den drei Frauen würdig war.
 

Man möchte sagen: „Könnten Sara (Sakine Cansız), Rojbîn (Fidan Doğan) und Ronahî (Leyla Şaylemez) doch dieses Bild sehen.“ Man kann niemals akzeptieren, dass sie nicht mehr unter uns sind. Man sucht nach etwas anderem als den Tod, das nicht Schmerz und Trauer bringt. Che Guevara schrieb kurz vor seinem Tod in einem Brief an seine Familie: „In unserer beschwerlichen Tätigkeit als Revolutionär ist der Tod ein sehr häufiger Unfall.“
 

Die Wahrheit darüber, dass diese Demonstration nicht mit elendigen und erbärmlichen Angriffen verhindert werden kann, ist uns bewusst und unser Trost.
Nun ist die Zeit der Begrüßung ...
Auf vielen Tontafeln der Sumerer kommt das Wort „amargi“ vor. Amargi bedeutet wohl „Rückkehr zur Mutter“.
 

Sakine Cansız, Fidan Doğan und Leyla Şeylemez kehren in ein paar Tagen zur „Mutter“ zurück. Zu der Mutter, die ihre Arme und ihre Seele ausgebreitet hat und mit Liebe wartet ...
 

Amed, Dersim und Elbistan wird Zeuge dieser Begegnung sein.
 

Alle Veilchen, Nelken, der Klatschmohn und die Rosen sind für sie.
 

So viele Blumen sind für sie wie in Kurdistan blühen ...
 

Quelle: ANF, 14.01.2013, ISKU

Freitag, 21. Dezember 2012

Protestaktion gegen die türkische Vernichtungspolitik

Am 28. Dezember 2011 tötete die türkische Luftwaffe 35 jungen Mitmenschen im kurdischen Dorf Roboskî (Delegationsbericht zum Massaker in Roboskî), an der Grenze zur Autonomen Region Kurdistan. Die Verantwortlichen für zahlreiche Massaker in der Türkei und in Kurdistan müssen zur Rechenschaft gezogen werden. Aus diesem Grund werden wir am 34. Jahrestag des Maraş-Pogroms gegen die andauernde Vernichtungspolitik der türkischen Regierung gegenüber der alewitischen und kurdischen Gesellschaft protestieren.

Wir rufen alle demokratischen Kräfte, an erster Stelle die alewitische und kurdische Gesellschaft auf, an dieser Kundgebung teilzunehmen, um Gerechtigkeit für die Massaker in Maraş, Sivas und Roboskî zu fordern!

Datum: Freitag, den 28.12.12
Zeit: 14 bis 17 Uhr
Ort: Essen Hbf (neben Galeria-Kaufhof)

Dienstag, 18. Dezember 2012

Wintertagung von KURD-AKAD

Liebe Mitmenschen,

das Netzwerk kurdischer AkademikerInnen e.V. (KURD-AKAD) veranstaltet eine Fachtagung zum Thema "Die Neustrukturierung des Nahen Ostens und der 'Kurdische Aufbruch' in Syrien". Hierzu sind alle Mitmenschen herzlich eingeladen!

Nähere Informationen über diese Veranstaltung erhalten Sie unter diesem Link: www.kurd-akad.com



Montag, 26. November 2012

Jungennamen kurdischer und deutscher Herkunft

Aufgrund der Tatsache, dass sehr viele Kurdinnen und Kurden wegen dem heute noch fortdauernden (Vernichtungs)Krieg in Kurdistan nach Deutschland emmigriert sind, besteht die Notwendigkeit einige Namen aufzulisten, die sowohl kurdischer als auch deutscher Herkunft sind (indo-europäische Sprachfamilie), damit kurdische Familien bei der Namensgebung ihrer Kinder nicht zusätzlich der deutschen Assimilierungspolitik ausgesetzt sind. Die Anerkennung dieser Namen ist ein wichtiges Zeichen für eine gelingende Intergration (besser: Inklusion).

Jungennamen kurdischer und deutscher Herkunft:


Adem Bado Dino Egid Gerd(o) Herman Ino Jan(o)
Alan Beno Duman
German Holger

Alvin Bero

Gero


Amed Bro

Goran


Argon


Gundo


Ari






Arian














Kamuran Lano Mani Nemo Piro Remo Tato Vito
Kani Lawik Martin Nero
Robin Teto
Ken(o) Lolo Marvin Nino
Rodi Tim(o)
Kiyan Loman Memo

Roger Tigris
Kurd
Mirko

Roj



Miro

Roni






Rudi









Xander Zagros






Zeno






Zoro





Mädchennamen kurdischer und deutscher Herkunft

Aufgrund der Tatsache, dass sehr viele Kurdinnen und Kurden wegen dem heute noch fortdauernden (Vernichtungs)Krieg in Kurdistan nach Deutschland emmigriert sind, besteht die Notwendigkeit einige Namen aufzulisten, die sowohl kurdischer als auch deutscher Herkunft sind (indo-europäische Sprachfamilie), damit kurdische Familien bei der Namensgebung ihrer Kinder nicht zusätzlich der deutschen Assimilierungspolitik ausgesetzt sind. Die Anerkennung dieser Namen ist ein wichtiges Zeichen für eine gelingende Intergration (besser: Inklusion).

Mädchennamen kurdischer und deutscher Herkunft:


Alin Begerd Darin Eda Finde Gerda Hana Jana
Amara Begi Delila Ema Frida Gunda Heda
Armina Bela Dilan Eva

Hela
Arya Bende Dilara




Ava Berin





Avira Berna






Bina






Bona






Briska













Karin Lara Marin Nalin Piya Rona Sara Tamara
Kira Lavin Medya Narin
Ronya Serin  Tara
Klora Lele Meli(n)  Nina
Roza Sisi Tina

Lili Miya Nola

Sisile

Lora Mina Nuda




Lori(n) Mira












Verena Zara





Vina Zena






Zina






Ziva






Zora






Dienstag, 14. August 2012

20'em Festîvala Kurdî

Rojbaş mevanê hêja,

îsal 20'em festîvala navnetewî ya çand û hûnera kurdî di 9'ê Rezberê de li bajarê Mannheim'ê (Germanistan) tê pîroz kirin. Agahî yên berfireh di derbarê adrês û bernamê de hûn dikarin ji vê wêne ya jêrîn bistînin:



Mittwoch, 29. Februar 2012

Internationaler Frauentag: Demonstration für ein Leben in Würde und Freiheit

Anlässlich des Internationalen Frauentages ruft das Kurdische Frauenbüro für Frieden e.V. (CENÎ) sowie Kurdische Frauenräte und -vereine unter dem Motto „NEIN zu Feminizid und Genozid - Freiheit für Abdullah Öcalan“ am 3. März zu einer Demonstration in Köln auf.  „Die kapitalistische Ausbeutung, imperialistische Kriege, ökologische Zerstörung, patriarchale und rassistische Gewalt dauern unvermindert an und bedrohen unser Leben. Dagegen leisten Frauen an jedem Ort und in jedem Bereich ihres Lebens jedoch auch Widerstand“, heißt es u. a. in dem Aufruf. Mit dem Motto wollen die kurdischen Frauen auf die „Besorgnis erregenden Entwicklungen in Kurdistan und der Türkei“ hinweisen, „die unser Leben als Frauen und als Kurdinnen unmittelbar bedrohen, die jedoch in der Öffentlichkeit in Europa kaum wahrgenommen werden.“ Es gehe aber auch um einen „alarmierenden Anstieg von Gewalt gegen Frauen und Frauenmorden“.
In der Regierungszeit der AKP habe offiziellen Angaben zufolge die Gewalt um 1400  - 1500 % zugenommen. Mit ihrem Konzept des „politischen Islam“ fördere die AKP „sexistische und frauenfeindliche Tendenzen“. Erdogan und führende Politiker stünden für das Modell der „nationalistischen, kopftuchtragenden, hinter ihren Männern stehenden und mindestens 3 Kinder gebärenden“ Frau. Ergebnisse dieser Politik seien auch die zunehmenden Morde an Frauen, „die im Namen der Ehre in den letzten Monaten in Deutschland verübt wurden“.
In der Türkei seien insbesondere politische Aktivistinnen enormen staatlichen Angriffen ausgesetzt. Weil auch breite Kreise der Öffentlichkeit in der Türkei in Abdullah Öcalan „eine Schlüsselrolle für den Friedensprozess und die Demokratisierung der Türkei“ sehen, sei dessen Entlassung aus der Haft ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung des türkisch-kurdischen Konflikts.
„Wir grüßen alle Frauen, die sich in Städten und Dörfern, in Wäldern, auf den Feldern und in den Bergen, in den Gefängnissen und Fabriken, in den Familien, in Politik und Gesellschaft, in Kunst und Kultur, in den Medien und Wissenschaft für ein Leben in Würde und Freiheit einsetzen.“

Samstag, 3. März in Köln
Beginn: 11.00 Uhr am Hauptbahnhof/Dom


Quelle:
http://www.nadir.org/nadir/initiativ/azadi/AZADIinfodienst/nr110/info110.pdf

Mittwoch, 26. Oktober 2011

Pressemitteilung zur Lage in der Region Van nach dem Erdbeben vom 23. Oktober 2011

Staatliche Blockaden für Hilfsarbeiten und Berichterstattung nach dem Erdbeben



Am Sonntag erschütterte ein schweres Erdbeben die Region Van, welche in den kurdischen Landesteilen im Osten der Türkei liegt. Mit der ausgewiesenen Stärke 7,2 auf der Richterskala ist das Beben mit dem aus dem Jahre 2010 auf Haiti vergleichbar. Bisher konnten lediglich knapp 400 Tote geborgen werden, Schätzungen gehen von 1.000 zu erwartenden Toten aus. Zahlreiche Menschen werden noch vermisst, unzählige sind auf einen Schlag obdachlos geworden.

Die Berichterstattung über die Hilfsarbeiten nach dem Erdbeben ist durchaus widersprüchlich. Selbst staatliche Stellen dementieren die offizielle Darstellung des Krisenstabes, der AKPRegierung und des türkischen Roten Halbmondes, die behaupten Rettungskräfte würden in genügendem Maße vor Ort arbeiten, um Überlebende zu bergen, und die Versorgung der
Betroffenen wäre ausreichend. Der stellvertretende Bürgermeister der Stadt Van, Abdurrahman Bogan, gab auf Anfrage an, dass die Lage der Menschen in der Region katastrophal sei. Ein Großteil der nach dem Erdbeben Obdachlosen hätte die zweite Nacht in Folge auf offener Straße übernachten müssen, bei Regen und Kälte. Es fehle an allem: Rettungskräfte, Bergungsausrüstung, Decken, Zelte, Kleidung, Medikamente und Lebensmittel – vor allem Baby-Nahrung. In viele Dörfer der bergigen Region, die überwiegend von KurdInnen bewohnt wird, sei noch gar keine Hilfe vorgedrungen.

Dabei wird Hilfe aus dem Ausland konsequent von den türkischen Behörden der Zentralregierung abgelehnt. Ein deutsches Rettungsteam wurde bereits am Sonntag von der zuständigen türkischen Katastrophenschutzbehörde zurückgewiesen. Der Experte Andreas Teichert, Leiter des Krisenstabs Ostasien, hat für ein solches Verhalten kein Verständnis: „Das kann nicht sein. Es sind noch nicht einmal 24 Stunden nach dem Erdbeben vergangen. Innerhalb der ersten 72 Stunden nach so einer Katastrophe haben Verschüttete noch eine gute Chance gerettet zu werden.“ Auch die Europäische Union hat bereits auf das Fehlverhalten der türkischen Zentralregierung unter dem Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan reagiert und appelliert an die Verantwortlichen nicht gewissenlos und inhuman zu handeln.

Eyüp Can, Chefredakteur der türkischen Tageszeitung Radikal, wies in seiner Kolumne vom 25.10.11 ebenfalls darauf hin, dass die „Türkei die Hilfe von über 30 Staaten, u.a. der USA, Israels, Griechenlands, Großbritanniens und Japans mit den Worten „Vielen Dank, wir brauchen eure Hilfe aktuell nicht“ zurückgewiesen hat“. Die gleiche Zeitung schreibt, dass auch 48 Stunden nach dem Erdbeben kein einziges der 84 Dörfer in Ercis Hilfsleistungen erhalten hat und die Menschen die Nächte auf den Straßen verbringen. Die Dorfvorsteher, die beim Landratsamt nach Zelten gefragt haben, seien mit der Begründung, die Stadt habe Vorrang, zurückgewiesen worden.

Das Bild, welches aktuell aus der Katastrophenregion übermittelt wird, entspricht einer gezielten Fehlinformation der internationalen Öffentlichkeit, um zu vermitteln, dass die Türkei nicht auf ausländische Hilfe angewiesen sei. Diese überhebliche Propaganda kostet Menschenleben. In den türkischen Medien wird derweil spekuliert, ob es sich bei dem Erdbeben nicht um eine gerechte Strafe Gottes gegen die KurdInnen handele, die seit über 30 Jahren um kulturelle, gesellschaftliche und politische Freiheiten ringen, oder gar über das Leid der überwiegend kurdischen Opfer frohlockt. Der Zusammenhang der nationalistischen Hetze gegen KurdInnen und dem Verhalten der Zentralregierung entgeht auch nicht den abgewiesenen deutschen HelferInnen. „Ich kann mir auch vorstellen, dass es hier um die PKK geht“, fügt Teichert seinen Überlegungen hinzu. „Vielleicht denkt man, je weniger, desto besser.“

Dass mit dem Leid der Erdbebenopfer Politik getrieben wird, erzürnt auch viele Menschen in Europa. Gerade die hier lebenden KurdInnen sind wütend über die Blockade der Hilfsarbeiten und der Berichterstattung, welche ausschließlich wehrlose Menschen trifft und einen Verstoß gegen die Menschenrechte darstellt. So organisieren sie bereits am Tag des Erdbebens
Hilfslieferungen für  die betroffene Region. In kurdischen Kulturvereinen in ganz Europa werden Kleider und Nahrungsmittel gesammelt, die in die Krisenregion geschickt werden, denn bisher sind nur Hilfslieferungen aus Istanbul und den kurdischen Nachbarstädten Batman, Diyarbakir und Mardin eingeroffen.

Doch davon lassen sich die HerlferInnen nicht abschrecken. Was sollen sie auch erwarten von einem Staat, der seine eigenen BürgerInnen aus nationalistischem Großmanns-Gebaren in einer solchen Situation die bereitstehende Hilfe verwehrt? Abdurrahman Bogan: „Die Lage ist katastrophal, wenn die Arbeiten nicht bald intensiviert werden und Hilfe eintrifft, werden wir noch viel mehr Tote bergen müssen. Jede Unterstützung ist notwendig.“

Daher rufen wir Sie auf, ungeachtet der Blockaden zu spenden! Die Menschen in Van brauchen
unsere / Ihre Hilfe!

YEK-KOM - Föderation Kurdischer Vereine in Deutschland e.V. / info@yekkom.com
KURD-AKAD - Netzwerk kurdischer AkademikerInnen e.V. / info@kurd-akad.com
YXK - Verband der Studierenden aus Kurdistan e.V. / info@yxk-online.com
CENI - Kurdisches Frauenbüro für Frieden e.V. / ceni_frauen@gmx.de
ISKU - Informationsstelle Kurdistan e.V. / isku@nadir.org
Sarmasik-Efeu e.V. / info@sarmasik-efeu.de


Spenden an Heyva Sor a Kurdistanê e.V., Schäfer Str. 4 / 53859 Niederkassel /
DeutschlandStadtsparkasse Neuwied, Konto-Nr.: 186098, BLZ: 57450120,
Verwendungszweck: Hilfe für Van, IBAN: DE 62 57 45 01 20 00 00 18 60 98, BIC:
MALADE 51 NWD

Dienstag, 25. Oktober 2011

Spende für die Erdbebenopfer in Wan

Liebe Freundinnen und Freunde.

Das Erdbeben in Van hat verheerende Auswirkungen- Die Menschen sind auf unsere schnelle Hilfe angewiesen.

Die Lage ist dramatisch. Nach neuesten Berichten sind mindestens 279 Opfer geborgen. Es muss derzeit mit 1000 Toten gerechnet werden. Es gibt mindestens 1300 Verletzte. Unter den Trümmern der eingestürzten Häuser werden weitere Opfer vermutet.
Trümmer, Verletzte, Tote und dazu noch die Kälte: Das verheerende Erdbeben vom 23. Oktober 2011 hat Wan, eine der ärmsten Großstädte der Osttürkei besonders hart getroffen. Mit 7,2 auf der Richter-Skala ist dieses Beben in der Provinz Van, an der Grenze zum Iran gelegen, das stärkste Erdbeben in der Türkei seit mehr als einem Jahrzehnt, und damit von der Intensität mit dem Beben in Haiti Anfang 2010 zu vergleichen.
Augenzeugen berichteten, dass Menschen in der Nacht bei Fackelschein und eisigen Temperaturen verzweifelt versuchten, Verschüttete mit bloßen Händen zu bergen.

Daher rufen wir zu Spenden für die Opfer des Erbebens in Van auf. Richten Sie Ihre Spende an folgendes Konto:
*Heyva Sor a Kurdistanê e.V.*
Schäfer str. 4 / 53859 Niderkassel / Deutschland
*Stadtsparkasse Neuwied
Kontonr: 186098
BLZ: 57450120
Verwendungszweck: Hilfe für Van
IBAN: DE 62 57 45 01 20 00 00 18 60 98
BIC: MALADE 51 NWD

YEK-KOM - Föderation Kurdischer Vereine in Deutschland e.V.
KURD-AKAD - Netzwerk kurdischer AkademikerInnen e.V.
YXK - Verband der Studierenden aus Kurdistan e.V.
CENI - Kurdisches Frauenbüro für Frieden e.V.
ISKU - Informationsstelle Kurdistan e.V.
Sarmasik-Efeu e.V.

Donnerstag, 1. September 2011

2. Aktionstag "Tatort Kurdistan" in Dortmund // 01.09.2011

Die Dortmunder Hochschulgruppe des YXK hat wie schon im letzten Jahr an der bundesweiten Kampagne "Tatort Kurdistan" teilgenommen und heute in der Dortmunder Innenstadt auf die Rüstungsexporte, Kreditvergaben, Giftgas und andere deutsche Unternehmungen in Kurdistan aufmerksam gemacht.

Neben zahlreichem Infomaterial zu deutschen Firmen, die Waffen und andere Kriegsmittel in die Türkei exportieren, wurde mit vielen Bildern und Textmaterialien auch auf die aktuelle politische Lage in Kurdistan und die Situation des kurdischen Volkes aufmerksam gemacht.








Donnerstag, 18. August 2011

Turkey descent into chaos

18 August 2011


Three air strikes hit villages in Kurdish Federal Region while throwing Turkey into chaos

The Turkish Air Force bombed heavily on Wednesday and Thursday regions under
the control of the Kurdistan Workers' Party in northern Iraq, causing extensive damage
to the villages. Hours before the attack, Turkish Prime Minister Recep Tayyip Erdogan
had openly threatened the Kurdish political and armed organizations, announcing his
war plan that includes cross-border operations and mass arrests of Kurdish militants,
according to Kurdish and Turkish media .

Since the parliamentary elections of June 12, won by the AKP, the Islamic-conservative
party of Prime Minister Erdogan, the winds of war have been blowing through the country.
Refusing to release more than 4,000 active members of the main Kurdish party BDP,
including six mayors and elected officials, the government also rejects the claims of the
Kurdish people for a democratic self-government.

Risk of civil war

If steps towards peace are not taken quickly, the risk of civil war is real.
The Kurds are already victims of racist lynchings in several cities. But, no racist attack
has been sanctioned, on the contrary the government is encouraging the attacks by calling
them "citizens' reactions."

Ignoring the daily repression and gross violations of human rights, Erdogan systematically
points the finger at the Kurdish party BDP and the Congress for a Democratic Society
(DTK), a platform for Kurdish associations and movements, which recently proclaimed
the democratic autonomy. According to the BDP, the government plans a massive operation
against the DTK, while the media close to the government speak of a Tamil scenario.
[...].

MAXIME AZADI - ANF / NEWS DESK

To read the complete news visit the ANF NEWS AGENCY, please.